Die farbigen Malereien der Serie „Khao Yai“ des Malers Johannes Rave sind das Ergebnis einer Verknüpfung verschiedener Ereignisse und biografischer Elemente.
Johannes Rave, geboren 1955, studierte an der Stuttgarter Kunstakademie Malerei. Seine große Passion war und ist bis heute das Reisen. Johannes Rave hat zahlreiche Länder in Europa, Afrika und Asien bereist und ein guter Teil seines malerischen Werkes ist auf diesen Reisen entstanden.
Auf einer der Asienreisen freundete sich Johannes Rave mit Andre Gehrmann an. Mit dieser Freundschaft ging eine zweite einher, nämlich die zu Thailand, diesem für Johannes Rave so vielfältigen Land.
Die reizvollen exotische Landschaften fügten das Übrige hinzu – bei Johannes Rave wuchs der Wunsch heran, in Thailand zu malen, und dies nicht nur auf Reisen, sondern auch in Ruhe und ohne formale Begrenzungen.
Auf einer seiner Reisen hatte Johannes Rave den Khao Yai Nationalpark entdeckt und fühlte sich sofort von seiner besonderen Atmosphäre angezogen, gerade auch im Kontrast zu der gewaltigen Metropole Bangkok.
Als Andre Gehrmann 2008 begann ein Resort am Khao Yai Nationalpark zu planen, entstand die Idee, dass Johannes Rave dieses Resort mit seinen Bildern ausstatten könnte. Um diese Idee in die Tat umzusetzen, reiste Johannes im April 2009 nach Thailand begann genau da zu malen, wo seine Bilder schließlich ihren Platz finden sollten: im gerade entstehenden Resort auf einem Bergrücken mit Blick auf Khao Yai und die umliegenden Dörfer.
Schließlich stellte sich für den Künstler noch eine, aber vielleicht die entscheidende Frage: mit welcher Malerei und mit welches Motiv wie lässt sich Khao Yai malerisch umsetzen. Denn entsprechend seines künstlerischen Ansatzes wollte er nicht etwas Beliebiges, das ihm allenfalls stilistisch entspricht, fertigen, sondern etwas, das tatsächlich den Ort und seine Atmosphäre beschreibt. Nach einigen Versuchen hörte Johannes Rave von der Geschichte, dass einer der Besucher zu Fuß unterwegs durch den Nationalpark auf dem Weg etwas liegen sah, das wie eine dicke Wurzel oder ein umgestürzter Baum aussah. Der Ranger, der den Weg zeigte, konnte gerade noch Weiteres verhindern, denn der Baum war kein Baum, sondern eine riesige Schlange, ein ausgewachsener Python.
Johannes Rave wählte dieses Motiv, das der Schlange, als Synonym für den Khao Yai Dschungel. In der Schlange sah er die Schönheit aber auch die Wildheit des Regenwaldes und verband dies mit der in den Tempeln der umliegenden Dörfer allpräsenten mystischen Naga Schlange. In der Mythologie bewohnt die Naga Schlange auf dem Grunde von Flüssen, Seen und Meeren großartige Paläste und gilt als Hüterin geistiger Schätze.
In seiner typischen abstrakt-expressiven Malweise fertigte er nun eine Reihe von Bildern an, die das Schlangenmotiv immer wieder in unterschiedlichen Farbgestaltungen variieren.